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Wie viel kostet es eigentlich?

Wie viel kostet es eigentlich, wenn Ihre IT-Infrastruktur für eine Stunde ausfällt?

Es ist halb neun morgens, und im Büro steht plötzlich alles still. Die E-Mails funktionieren nicht, das Unternehmensmanagementsystem ist nicht erreichbar, und das Lager kann keine Bestellungen ausliefern. Die erste Reaktion ist fast immer dieselbe: „Das dauert bestimmt nur ein paar Minuten, hoffentlich ist alles bald wieder in Ordnung.” Dann vergeht eine halbe Stunde, eine Stunde, und langsam wird allen klar, dass dies keine vorübergehende Unannehmlichkeit von nur wenigen Minuten sein wird.

Die meisten Unternehmensleiter denken in solchen Fällen instinktiv an den offensichtlichsten Verlust: die entgangenen Aufträge. Dabei setzen sich die Kosten eines Betriebsstillstands aus viel mehr Faktoren zusammen und sind weitaus höher, als man auf den ersten Blick annehmen würde.

Was zeigen die internationalen Zahlen?

Das Thema wird seit Jahren regelmäßig von großen Marktforschungs- und Technologieunternehmen untersucht, und die Zahlen sind überraschend konsistent. Laut einer viel zitierten Schätzung von Gartner, die bis heute als Referenz herangezogen wird, kostet ein durchschnittlicher Netzwerkausfall ein Unternehmen etwa 5.600 Dollar pro Minute, was einem Stundenwert von mehreren hunderttausend Dollar entspricht. Eine Studie des Ponemon Institute ergab bei mittelständischen Unternehmen einen noch höheren Durchschnittswert von 9.000 Dollar pro Minute. Laut einer Umfrage des ITIC aus dem Jahr 2024 geben mehr als 90 Prozent der mittelständischen und großen Unternehmen an, bei einem einzigen schwerwiegenden Ausfall Verluste von über 300.000 Dollar pro Stunde zu verzeichnen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es sich hierbei in der Regel um Daten von Großunternehmen oder aus dem US-amerikanischen Markt handelt; bei einem ungarischen KMU fallen die Zahlen natürlich deutlich geringer aus. Die dahinterstehenden Verhältnisse gelten jedoch genauso für ein ungarisches Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern.

Was zeigen die Zahlen aus Ungarn?

Umfragen unter ungarischen KMU zufolge verursacht ein kritischer IT-Ausfall in einem Unternehmen mit 30 Mitarbeitern durchschnittlich einen Verlust von rund 420.000 Forint pro Stunde. Diese Zahl mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, doch wenn man sie aufschlüsselt und genau betrachtet, woraus sie sich zusammensetzt, wird sie verständlich.

Die Lohnkosten fallen auch dann an, wenn niemand arbeiten kann. Bei einem 10-köpfigen Team bedeutet ein einziger verlorener Arbeitstag ohne Weiteres 8 bis 10 vergeudete Arbeitsstunden, unabhängig davon, ob in dieser Zeit überhaupt eine Aufgabe erledigt wurde. Das Gehalt muss am Monatsende trotzdem ausgezahlt werden, doch die geleistete Arbeitszeit hat nichts gebracht.

Die Umsatzverluste sind zwar am auffälligsten, aber nicht der einzige Posten. Solange das System nicht funktioniert, werden keine Bestellungen versandt, keine Rechnungen erstellt und die Kunden können das Unternehmen nicht erreichen. Das ist der Teil, den jeder sofort sieht.

Auch die Wiederherstellung kostet Geld. Ein Notfalleinsatz, eine beschleunigte Fehlerbehebung, eine Datenwiederherstellung – all das bedeutet Mehrkosten, zusätzliche Arbeitsstunden und zusätzlichen Stress für das Team.

Reputationsschäden treten am langsamsten auf, sind aber oft am teuersten. Ein Kunde, der das Unternehmen einmal nicht rechtzeitig erreichen kann, wendet sich beim nächsten Mal vielleicht an einen anderen Anbieter. Diesen Verlust lässt sich im Nachhinein nur sehr schwer in Forint beziffern, doch seine Auswirkungen sind langfristig am größten.

Ein wichtiger Aspekt, der besonders hervorgehoben werden sollte: Je kleiner ein Unternehmen ist, desto stärker macht sich der Ausfall bemerkbar. In einem Großunternehmen verteilt sich der Ausfall auf viele Mitarbeiter und Systeme, während in einem Unternehmen mit 5 bis 10 Mitarbeitern ein einziger Ausfalltag leicht 20 bis 25 Prozent der monatlichen Kapazität ausmachen kann.

Warum nehmen wir das nicht in Echtzeit wahr?

Die Kosten eines Ausfalls sind ein schwieriges Thema, da sie in der Buchhaltung fast nie als einzelner Posten erscheinen. Es gibt keine Zeile mit der Bezeichnung „Verlust aufgrund eines IT-Ausfalls”. Stattdessen verteilen sich diese Kosten auf Personalkosten, entgangene Einnahmen, Rechnungen von Notfalldienstleistern und nachträgliche Kundenbeschwerden. Genau aus diesem Grund unterschätzen viele dieses Risiko, da wir es nie zeitnah und in seiner Gesamtheit überblicken können.

Wie du dein eigenes Risiko einschätzen kannst

Man braucht keine komplizierte Formel, um grob zu erkennen, wie hoch bei euch der Einsatz ist. Eine einfache, grobe Schätzung:

  1. Berechne die Gesamtlohnkosten deines Teams auf Stundenbasis (basierend auf Bruttolohn und Sozialabgaben).
  2. Schätzen Sie einmal, wie viele Menschen bei einem durchschnittlichen Betriebsausfall ihre Arbeit komplett einstellen müssten.
  3. Rechne die Umsatzausfälle hinzu, die in dem betreffenden Zeitraum typischerweise anfallen (z. B. wenn du einen Online-Shop oder einen Kundenservice betreibst, der vorübergehend stillsteht).
  4. Vergiss nicht, einen geschätzten „Wiederherstellungsaufschlag” hinzuzurechnen. Erfahrungsgemäß erhöht sich der oben genannte Betrag dadurch oft um 20 bis 40 Prozent.

Das Endergebnis fällt meist überraschend hoch aus: Wenn man es einmal ausgerechnet hat, ist es viel einfacher, sich ein realistisches Bild davon zu machen, wie viel man für die Prävention ausgeben sollte.

Was kann man dagegen tun?

Die gute Nachricht ist, dass ein Großteil der Ausfälle kein „Pech” ist, sondern vorhersehbare und vermeidbare Ereignisse. Zu den häufigsten Ursachen zählen beispielsweise veraltete Hardware, nicht gewartete Hintergrundprozesse, fehlende Redundanz, zu spät erkannte Fehler … usw. All dies sind Dinge, die ein proaktiver, kontinuierlich überwachender IT-Betrieb bereits lange vor dem Auftreten des Problems herausfiltert.

Langfristig ist es natürlich fast unmöglich zu erwarten, dass nie etwas passieren wird, aber es ist ein realistisches Ziel, dass, falls doch einmal ein unerwarteter Ausfall eintritt, dass es statt eines halbjährigen Ärgers nur eine halbstündige Unannehmlichkeit gibt: Es sollte ein redundantes System, ein getestetes Backup und ein Team geben, das sofort weiß, was zu tun ist – und keine Notsituation, in der stundenlang nach der Fehlerquelle gesucht werden muss.

Wenn Sie einschätzen möchten, wie groß das Risiko eines möglichen Ausfalls in Ihrem Unternehmen konkret ist, helfen wir Ihnen gerne mit einer Bestandsaufnahme dabei, die größten Risikopunkte in Ihren IT-Systemen zu identifizieren.

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