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Sei dabei! – András’ Gedanken zur Gitex – Teil 2

🤖 Wenn künstliche Intelligenz anfängt zu hacken

KI läutet eine neue Ära in der Cybersicherheit ein

Einer der spannendsten Vorträge auf der Gitex 2025 handelte weder von einer neuen Software noch von einem Cyberangriff.
Sondern darum, wie künstliche Intelligenz lernt, zu „hacken”.

Ali Ahmad, der Ausbeuter Der Mitbegründer und Geschäftsführer brachte eine ganz besondere Perspektive auf die Bühne.
Sein Unternehmen ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig und organisiert praxisorientierte Schulungen zur Cybersicherheit, CTF-Wettbewerbe (Capture the Flag) sowie Workshops.

Ahmads Ziel ist einfach:
die Cybersicherheitsexperten der Zukunft nicht nur theoretisch, sondern anhand realer Angriffe und Simulationen auszubilden.

Und nun hat die Technologie ihm ein Werkzeug an die Hand gegeben, das alles verändert: die künstliche Intelligenz.

⚙️ Die alte Welt der Cybersicherheit: langsam, menschlich, präzise

Das herkömmliche Penetrationstesten war eine langwierige, mühsame Arbeit.
Wie Ahmad sagte:

„Früher haben wir Tage damit verbracht, eine einzige Domain gründlich zu analysieren.
”Wir haben die Subdomains und offenen Ports manuell gesucht und mussten die Schwachstellen einzeln analysieren.“

Die Fachleute verwendeten mehrere verschiedene Geräte, und die Ergebnisse mussten anschließend manuell zusammengefasst werden.
Der Prozess war oft nicht nur zeitaufwendig, sondern auch körperlich anstrengend.

Der Markt hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, und es sind immer komplexere Lösungen für Penetrationstests entstanden, d. h. für die Prüfung, wie leicht man in ein bestimmtes System eindringen und dessen Sicherheitsvorkehrungen umgehen kann. Diese Ergebnisse wurden jedoch nach wie vor von Menschen analysiert, bewertet und in Aktionspläne zur Behebung der Schwachstellen umgesetzt.

🚀 Der Einzug der KI: Was früher Tage dauerte, ist nun in wenigen Minuten erledigt

In diesem neuen Zeitalter unterstützt künstliche Intelligenz die Cybersicherheitsprozesse nicht nur, sondern verändert sie grundlegend.

Ahmad hat gezeigt, wie KI-Agenten funktionieren – autonome intelligente Einheiten, die innerhalb weniger Minuten in der Lage sind:

  • Daten sammeln (Erkundung),
  • Schwachstellen zu analysieren,
  • Exploits zu entwickeln,
  • und vollständige Berichte zu erstellen.


Ganz vereinfacht ausgedrückt: Was früher die mehrtägige Arbeit eines erfahrenen Hacker-Teams war, erledigt heute ein KI-Agent in 10 Minuten.

🧩 Die neuen Tools: PentestGPT und HexaStrike

Ahmad stellte zwei KI-Lösungen vor, die die Branche bereits jetzt revolutionieren.

1️⃣ PentestGPT – der Assistent, der Ratschläge gibt

PentestGPT ist ein auf ChatGPT basierendes Unterstützungssystem.
Es führt keine Angriffe durch, unterstützt den ethischen Hacker jedoch bei der Analyse.

Es zeigt zum Beispiel:

  • Welche Nmap-Befehle sollten verwendet werden,
  • Wie sollte man den Port-Scan durchführen,
  • welche Exploits relevant sein könnten,
  • und wie man eine Aufgabe zum Thema Pufferüberlauf oder Reverse Engineering löst.


Es ist, als würde dir ein erfahrener Hacker ständig ins Ohr flüstern – in jedem Augenblick.

2️⃣ HexaStrike – der selbstfahrende Hacker

Die nächste Stufe ist HexaStrike.
Ein komplexes System, das aus mehreren KI-Agenten besteht und Penetrationstests vollständig automatisiert.

HexaStrike kann:

  • die Domain einlesen,
  • Dienste und Versionen zu identifizieren,
  • öffentlich bekannte CVE-Schwachstellen miteinander zu verknüpfen,
  • den passenden Exploit auszuwählen,
  • und den Angriff eigenständig durchzuführen und anschließend einen Bericht zu erstellen.


Es integriert mehr als 150 Open-Source-Tools, darunter Nmap, Gobuster und ExploitDB – und das alles mit einem einzigen Befehl:

„Teste diese Domain!”

Das System erledigt anschließend alles – der Benutzer muss sich lediglich die Ergebnisse in der Benutzeroberfläche von Visual Studio Code oder Cursor AI ansehen.

🔬 Live-Demonstration – wenn der Code zum Leben erwacht

Vor dem Publikum der Gitex führte Ahmad HexaStrike live in einer isolierten Umgebung vor.
Nach der Eingabe einer einzelnen IP-Adresse führt das System folgende Schritte aus:

  • hat den Nmap-Scan gestartet,
  • hat die Daten analysiert,
  • hat die Angriffsroute geplant,
  • hat die Exploits ausgewählt,
  • und hat den Bericht erstellt – ohne menschliches Zutun.


Im Saal herrschte Stille. Die Zuschauer sahen zu, wie die künstliche Intelligenz eigenständig hackte – natürlich in einer sicheren Umgebung zu Ausbildungszwecken.

⚠️ Der Schatten der Macht – ethische Dilemmata und Risiken

Doch mit jeder Revolution geht auch die Frage nach der Verantwortung einher. Ahmad hat die Gefahren nicht verschwiegen:

  • Diese Tools sind viel zu leicht zugänglich – selbst Laien können sie für Angriffe nutzen.
  • KI kann Fehler machen, „halluzinieren” – das heißt, Daten falsch interpretieren.
  • Wenn es in die falschen Hände gerät, könnte das System auch automatisierte Cyberangriffe durchführen.


Ahmad betonte:

„Die KI ist der beste Schüler – aber nur, solange sie von einem verantwortungsbewussten Lehrer unterrichtet wird.”


Aus diesem Grund setzen die Exploiters alle KI-Tools ausschließlich in einer streng kontrollierten, pädagogischen Umgebung ein.

🔮 Die Zukunft: das Zeitalter des „Vibe Hacking”

Der Referent führte zudem einen neuen Begriff ein: „Vibe Hacking”. Dieser bezeichnet die Zukunft des Hacking mit natürlicher Sprache auf Basis von Prompts.

So wie heute jeder in der Lage ist, auf „No-Code”-Weise Code zu schreiben, wird in Zukunft auch jeder in der Lage sein, ethisches Hacken zu betreiben – mit einfachen Anweisungen wie:

„Überprüfe, ob dieser Server sicher ist.”

Auf diese Weise könnte sich das Hacken aus der geschlossenen Welt einer technischen Elite hin zu einem zugänglicheren Bildungsraum entwickeln – in dem das Ziel nicht mehr die Zerstörung, sondern der Schutz sein wird.

🧠 Erkenntnisse
  1. KI revolutioniert die offensive Cybersicherheit. Was bisher Tage gedauert hat, ist heute in wenigen Minuten erledigt.

  2. Technologie ersetzt den Menschen nicht, sondern ergänzt ihn. KI ist schnell, kann aber ohne menschliches Urteilsvermögen gefährlich sein.

  3. Die Fachkräfte der Zukunft müssen in KI-integrierten Systemen denken. Ethisches Hacken wird in Zukunft nicht nur aus Programmieren, sondern auch aus dem Verfassen von Prompts bestehen.
🧩 Schlussgedanke

Künstliche Intelligenz hat gelernt, zu hacken – doch die Frage ist nicht mehr, ob sie dazu in der Lage ist. Sondern vielmehr, wofür wir sie einsetzen.

KI kann die gefährlichste Waffe im Cyberspace sein, aber gleichzeitig auch der beste Schutzschild – es kommt darauf an, wer auf der anderen Seite der Tastatur sitzt.

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